Modellversuch Rauteppich – ein neues Konzept zur Sohlstabilisierung

Rauteppich aus großen kantigen Steinen in der 54 cm breiten Rinne unseres Instituts. Das Bild zeigt die Situation vor Versuchsbeginn.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines sohlgleichen Sicherungsbauwerks für den Übergang von nicht aufgeweiteten zu aufgeweiteten Gewässerstrecken um eine Sohlerosion flussauf zu vermeiden. Die sohlgleiche Ausführung soll auch eine gute ökologische Durchgängigkeit ermöglichen.

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Umsetzung der EU-Hochwasserrichtlinie

Szenario: Ein plötzlich aufbrausendes Hochwasser "beisst" einen Teil eines Wohnhauses ab, das im Überflutungsbereich errichtet wurde. Die Hochwasserrichtlinie möchte erreichen, dass Österreichs Bürger künftig besser über Hochwasserrisiken informiert und in das Hochwasser-Risikomanagement eingebunden werden.


Anblick nach dem Hochwasser in Oberwölz, Steiermark, 2009

Die Hochwasserrichtlinie...
... der Europäischen Union regelt seit 2007 die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken in Österreich:

  1. In einer vorläufigen Risikobewertung sind jene Gebiete zu identifizieren und auszuweisen, die ein „potenzielles signifikantes Hochwasserrisiko“ aufweisen.
  2. Für diese Gebiete müssen Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erstellt werden und danach
  3. integrale Hochwasserrisikomanagementplänen mit konkreten Zielen und Maßnahmen für das Management des Hochwasserrisikos, insbesondere durch Vermeidungs-, Schutz- und Vorsorgestrategien erarbeitet werden.

Diese 3 Arbeitsschritte werden alle 6 Jahre wiederholt. Alle Planungen werden in den internationalen Flussgebieten koordiniert, die Öffentlichkeit wird über alle Schritte informiert und in die Erstellung der Managementpläne eingebunden.

Zur fachlichen Umsetzung wurde ein Bund-Länder-Arbeitskreis gegründet, bestehend aus Vertretern ALLER im Hochwasserrisikomanagement tätigen Stellen in Bund und Ländern.

Die Abteilung Schutzwasserwirtschaft im Lebensministerium (BMLFUW) organisiert diese bisher einzigartige Kooperation der Dienststellen der Bundesländer aus den Bereichen Schutzwasserbau, Wasserwirtschaft, Raumplanung und Katastrophenschutz, der Wildbach- und Lawinenverbauung, des Innenministeriums (Abteilung Zivilschutz, Krisen- und Katastrophenschutzmanagement) und des Verkehrsministeriums (Abteilung Bundeswasserstraßenverwaltung und via donau) sowie der Österreichischen Raumordnungskommission.

Ein Vertreter des Instituts für Wasserbau und hydrometrische Prüfung ist hierbei an oberster Stelle eingebunden und für die Abteilung Schutzwasserwirtschaft im Lebensministerium bei folgenden nationalen und internationalen Aktivitäten tätig:

  • Organisation der Arbeitssitzungen des Bund-Länder-Arbeitskreis
    Abstimmung sowie Entscheidungen zu Methodiken im Hochwasserrisikomanagement durch Koordination aller Beteiligten: Innenministerium, Raumplanung Länder, Verkehrsministerium, viadonau, Schutzwasserwirtschaft-Bund, Wildbach- und Lawinenverbauung, Schutzwasserwirtschaft-Länder, Umweltbundesamt.
    Die Erarbeitung der Methodiken erfolgt über Unterarbeitsgruppen:
    • Unterarbeitsgruppe "Risiko"
      Ausarbeitung und bundesweite Abstimmung der Methodik Hochwasserrisikokarten
    • Unterarbeitsgruppe "Gefahren"
      Ausarbeitung und bundesweite Abstimmung der Methodik Hochwassergefahrenkarten Ausarbeitung und bundesweite Abstimmung der Methodik Ereignisdokumentation Weiterentwicklung und bundesweite Abstimmung Methodik Abflussuntersuchungen
    • Unterarbeitsgruppe "Daten"
      Aufbau einer Fachdatenbank im Umweltbundesamt für alle Erfordernisse: Gefahren- und Risikokarten, Managementpläne, Ereignisdokumentation, Visualisierung, Schnittstellen über web map oder web feature services, etc
  • Fertigstellung Bundesentwurf "Vorläufige HW-Risikobewertung" nach § 55i WRG
  • Organisation von workshops zur einheitlichen Länderbearbeitung nach § 55i WRG
  • Präsentation der Ergebnisse zur Vorläufigen Risikobewertung 2011 (ÖWAV-Seminar)
    Bund-Länder-workshops "Hochwasserrisikomanagement"
    Ausarbeitung strategischer Vorgaben für Gefahren- und Risikokarten, Managementpläne
  • Erarbeitung Methodik Hochwasserrisikomanagementpläne
    Ziele-Maßnahmenkatalog, technische Umsetzung HW-Fachdatenbank
  • Fachliche Erarbeitung Wasserrechtsgesetz 1959 - Novelle 2011
  • Projektpartner Bund bei Pilotprojekten Managementplänen
  • Fachliche Erarbeitung Verordnung Gefahrenzonenplanung gemäß § 42a WRG